
10 Jahre Führungen am Waldenserweg – Eine Erfolgsgeschichte
Wer erinnert sich noch an unsere allererste Führung auf dem Waldenserweg in Palmbach?
Am 13. September 2015 begleiteten wir – unterstützt vom Künstlerpaar Barbara Jäger und OMI Riesterer – unsere erste Besuchergruppe. Geplant war damals nur diese eine Führung, anlässlich der Einweihung des Waldenserweges zum Stadtgeburtstag 300 Jahre KA..
Doch es kam anders: Bereits am Festwochenende erreichten uns die ersten Anfragen nach weiteren Führungen. Zu unserer Überraschung war es vor allem geschichtsinteressiertes Publikum von außerhalb, das sich für die Palmbacher Waldensergeschichte begeisterte. Bald folgten auch Gruppen, die einen Tagesausflug nach Palmbach planten – häufig in Verbindung mit einem Besuch im Badischen Schulmuseum. So wurde die Geschichte der Waldenser in Palmbach wieder lebendig und fand über zahlreiche Veranstaltungen und Führungen ihren Weg zu einem breiten Publikum.
Seit 2015 durften wir 76 Führungen durchführen und dabei rund 1.400 Gäste begrüßen. Neben unseren vier regelmäßigen Sonntagsführungen im Jahr kamen auch viele Besuchergruppen: Wandervereine, Seniorenausflüge, Kirchengemeinden, Lehrergruppen und Firmen. Besonders erfreulich ist das große Interesse von Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern an der bewegenden Waldensergeschichte – und an ihrem christlichen Hintergrund.
Wir sind glücklich, dass die Verbindung von kulturellen Angeboten wie Waldenserweg, Waldenserkirche und Badischem Schulmuseum, zusammen mit der örtlichen Gastronomie, unserem Waldenserort Palmbach neues Leben eingehaucht hat. Mit einem derartigen Zuspruch hätten wir niemals gerechnet – umso größer ist heute unsere Freude und unser Dank!
👉 Herzliche Einladung: Besuchen Sie eine unserer nächsten Führungen und lassen Sie sich von der Geschichte der Waldenser begeistern.
Alle aktuellen Termine und Informationen finden Sie hier auf unserer Webseite.

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Karlsruhe - Palmbach: Wissenswertes, Tipps, Sehenswürdigkeiten
Waldenserort Palmbach
Herzlich willkommen! - Wir freuen uns, dass Sie hier sind.
In unseren Karlsruher Bergdörfern, zu denen auch der Waldenserort Palmbach zählt, verbindet sich die herrliche Landschaft des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord mit dem städtischen Flair der nahliegenden Großstadt Karlsruhe. Unweit der Innenstadt laden die Höhenstadtteile zum Wandern und Verweilen in Wäldern mit traumhaften Ausblicken in die Rheinebene ein. Unsere Region bietet zahlreiche schöne Wandermöglichkeiten.
Sie finden hier Informationen über die Region Karlsruher Berggdörfer und insbesondere über den Waldenserort Palmbach, heutiger Höhenstadtteil und südöstliches Eingangstor nach Karlsruhe
Naturpark Schwarzwald
Kultur, Natur und Tourismus im Bereich unserer Karlsruher Bergdörfer: Wir freuen uns, Sie als "Waldenserort im Naturpark Schwarzwald" begrüßen zu dürfen.
Im Januar 2021 erfolgte der Beitritt der Karlsruher Stadtteile Durlach, Wolfartsweier, Hohenwettersbach, Stupferich, Grünwettersbach und Palmbach zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Durch verschiedene Gebietserweiterungen wird der Naturpark um 46.000 Hektar erweitert und wird so, mit einer Gesamtfläche von rund 420.000 Hektar, zu Deutschlands größtem Naturpark. Durch die Zusammenführung von Landschaft, Landnutzung und Tourismus sollen positive nachhaltige Effekte für die ganze Region erzielt werden. Durch die Gebietserweiterung werden weitere Entwicklungen für den Naturpark, insbesondere in den Randbereichen, ermöglicht.
Tauchen Sie ein in die Geschichte und Kultur unserer Stadtteile, entdecken Sie verborgene Schätze und lassen Sie sich von der Vielfalt an Sehenswürdigkeiten, prachtvollen Wäldern und Streuobstwiesen verzaubern. Von historischen Bauwerken über das Schulmuseum bis hin zu idyllischen Wander- und Radwegen - hier ist für jeden etwas dabei.
Hier finden Sie den Waldenserweg:
76228 Karlsruhe – Palmbach, entlang der Talstraße, der Henri-Arnaud-Straße und der Grünwettersbacher Straße
Die Wegpunkte des kreuzförmig angelegten Waldenserweges richten sich nach den historischen Gegebenheiten der Örtlichkeiten, weshalb die Erkundung des Weges an jeder beliebiger Stelle begonnen werden kann.
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Ausstellung: Wurzeln schlagen. Menschen und Pflanzen im Exil
Rückblick: Kochkultur und eingeführte Pflanzen der Hugenotten und Waldenser
Unsere Ausstellung in der Waldenserkirche Palmbach war ein voller Erfolg – und hat alle Erwartungen übertroffen. An insgesamt 26 Ausstellungstagen bis einschließlich 16. September kamen rund 700 Besucherinnen und Besucher zu uns. Das große Interesse und die positive Resonanz haben uns überwältigt. Viele Gäste reisten aus benachbarten Hugenotten- und Waldenserorten wie Neureut, Friedrichstal oder Mutschelbach an, auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem Enzkreis nutzten die Gelegenheit, die Wanderausstellung zu erleben.
Große Vielfalt – großes Interesse
Um die Hintergründe der Ausstellung noch greifbarer zu machen, boten wir sechs Führungen an, die allesamt gut besucht waren. Ein besonderer Höhepunkt war der Gottesdienst mit Pfarrerin Maria Götz, der inmitten der Ausstellung gefeiert wurde. Auch am Tag des offenen Denkmals herrschte reger Betrieb. Viele Interessierte kombinierten den Ausstellungsbesuch mit einer Führung über den Waldenserweg durch unseren Ort und konnten so Geschichte im Kirchenraum und draußen im historischen Waldenserort zugleich erleben.
Inhalte mit europäischem und lokalem Bezug
Die internationale Wanderausstellung „Wurzeln schlagen – Menschen und Pflanzen im Exil“ ist Teil einer europäischen Gesamtausstellung zum Thema „Exil, Integration und Verwurzelung“. Sie zeigt, welchen Beitrag die Glaubensflüchtlinge – Hugenotten und Waldenser – zur Kulturgeschichte von Ackerbau, Gartenbau, Ernährung und Kochkunst geleistet haben.
In Palmbach wurden diese Inhalte durch zahlreiche lokale Besonderheiten ergänzt. Eine Fotoschau mit alten Palmbacher Aufnahmen unter dem Motto „Landwirtschaft wie sie früher war“ rief bei vielen Gästen persönliche Erinnerungen wach. Historische Leihgaben aus dem Ort verliehen der Ausstellung zusätzlich ein authentisches, heimatnahes Flair. Auch kulinarische Elemente wie Kartoffeln, das Waldenserbrot der Bäckerei Nussbaumer oder die Maulbeer-Marmelade erinnerten an das kulturelle Erbe der Glaubensflüchtlinge. Besonders die Marmelade erfreute sich so großer Beliebtheit, dass mehrfach Nachschub aus Italien bestellt werden musste. Große Aufmerksamkeit fand außerdem der Bereich zum Tabakanbau in Palmbach. Viele Einheimische nutzten die Gelegenheit, hier von ihren eigenen Erlebnissen und Erinnerungen zu berichten.
So wurde für alle Besucherinnen und Besucher anschaulich, wie eng europäische Geschichte, Landwirtschaft, Gartenbau und Ernährung miteinander verflochten sind – und wie sehr diese Zusammenhänge bis heute nachwirken.
Europäische Dimension
Die Ausstellung ist eng mit dem Hugenotten- und Waldenserpfad verbunden, einem 2.500 Kilometer langen europäischen Kulturfernwanderweg, der durch Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz führt. Träger der 1.000 Kilometer langen Teilstrecke in Deutschland ist der Verein Hugenotten- und Waldenserpfad e. V., der die Ausstellung konzipiert hat. Der Pfad verbindet historisch bedeutende Orte, Kirchen und Kolonien, die an die Geschichte der Hugenotten und Waldenser erinnern und sie im europäischen Kontext sichtbar machen.
Fotos und Videos der Ausstellung
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Nächste Ausstellungsorte
🌱 Wanderausstellung „Wurzeln schlagen – Menschen und Pflanzen im Exil“ 🌱
- Neuhengstett, Kreis Calw, Neues Museum 12.10. bis 02.11.2025
- Oberderdingen, Rathaus, 09.11.bis 15.11.2025
- Pforzheim, Auferstehungskirche, 16.11. bis 07.12.2025
Ein großes Dankeschön
Zum Abschluss möchten wir uns herzlich bedanken. Unser Dank gilt dem Verein Hugenotten- und Waldenserpfad e. V. für die spannende Ausstellung, der Evangelischen Gemeinde Bergdörfer für die Nutzung der Waldenserkirche sowie allen Helferinnen und Helfern, die tatkräftig unterstützt oder den Ausstellungsdienst übernommen haben. Ebenso danken wir dem Badischen Schulmuseum und dem Bauernmuseum Graben für wertvolle Leihgaben. Nicht zuletzt gilt unser Dank den Bergdorf-Profis, Edeka Piston und der Bäckerei Nussbaumer für ihre Unterstützung.
Ohne euch alle wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen!
Euer
Waldenserverein Palmbach e. V.,
Roland Jourdan, Vorsitzender
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Stationen der Flucht und Vertreibung
Diese Seite wurde am 18.07.2025 überarbeitet.
Stationen der Flucht - Die Palmbacher Waldenser -
Kurze Vorgeschichte
1173
Der wohlhabende Kaufmann Waldes (in Deutschland als Petrus Waldus bekannt) lässt die Bibel in die Volksprache übersetzen. Er verzichtet auf sein Vermögen und beginnt in Lyon als Laie das Evangelium zu predigen.
1184
Papst Lucius III. verurteilte auf der Synode von Verona zusammen mit Kaiser Friedrich Barbarossa die Waldenser als Ketzer.
Seit 1231
Päpstliche Inquisitoren führen Ketzerprozesse gegen Waldenser durch. Hunderte Waldenser werden zum Tode auf den Scheiterhaufen verurteilt. Solche Urteile wurden von der weltlichen Hand vollstreckt.
12. Jahrhundert
Die Grafen von Vaihingen besitzen die Herrschaftsrechte von Grünwettersbach.
1349
Die Dauphiné wird von Frankreich gekauft. Damit fällt das Pragelatal (Val Pragela) an Frankreich. Dort liegt auch der Ort La Balme, aus dem die Palmbacher Waldenser stammen. Bereits im Mittelalter ist das Pragelatal ein waldensisches Kerngebiet.
1535
Die Herrschaftsrechte von Grünwettersbach gehen an das württembergische Oberamt Neuenbürg über.
1517
Martin Luther schlägt seine 95 Thesen gegen den Ablass an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg.
Die Waldenserkirche Palmbach 1906 bis heute
Die Waldenserkirche in Palmbach – Geschichte einer besonderen Dorfkirche

Die Waldenserkirche im Karlsruher Stadtteil Palmbach ist weit mehr als ein Gotteshaus: Sie ist das sichtbare Zeugnis einer außergewöhnlichen Ortsgeschichte. Ihre Entstehung und Entwicklung spiegelt die Geschichte der Waldenser wider, die aus Glaubensgründen aus ihrer Heimat in den piemontesischen Alpen flohen und hier in Baden ein neues Zuhause fanden. Besonders seit 1906 zeigt sich, wie stark sich das Gemeindeleben um diese Kirche entfaltet hat und wie sie trotz Kriegszerstörungen immer wieder zu einem Ort des Zusammenhalts geworden ist.
Die Zeit des Aufbruchs: Neubau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Schon Ende des 19. Jahrhunderts war die alte Fachwerkkirche aus dem Jahr 1725 baufällig geworden. Pfarrer Gotthilf Wilhelm Camerer gründete deshalb 1883 einen Kirchenbaufonds, dem 1895 unter Pfarrer Friedrich Schweickert ein Orgelbaufonds folgte. Unter Pfarrer Gustav Meerwein gelang es schließlich, bis 1905 rund 20.000 Mark für den geplanten Kirchenneubau anzusparen.
Damals hatte Palmbach nur etwa 391 Einwohner, doch der Wunsch nach einer schönen, größeren Kirche war groß. Im November 1905 fertigte Baurat Rudolf Burckhardt die Pläne für ein neugotisches Gotteshaus an. Bereits am 15. Januar 1906 wurde das Projekt öffentlich ausgeschrieben, am 2. Februar die Baugenehmigung erteilt. Noch im April 1906 begann der Abriss der alten Kirche. Während der Bauzeit fanden die Gottesdienste vorübergehend im Bürgersaal des Rathauses statt.
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